Fünfzehntausend Kandidaten für 217 Mandate

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Walter
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Fünfzehntausend Kandidaten für 217 Mandate

Ungelesener Beitrag von Walter » Samstag 5. Oktober 2019, 07:15

Sieben Millionen Wähler, sind am kommenden Sonntag zur Wahl aufgerufen.

An den meterlangen Plakatwänden in den Städten und Dörfern ist abzulesen was auf Tunesien zukommen könnte.
Um die 15.000 Kandidaten, rangeln sich um die 217 Mandate die im Parlament zu vergeben sind, ca. 1500 Listen sind
registriert; meistens sind es Zusammenschlüsse von Politikneulingen.
In den Altparteien grassiert die Angst um ihre Pfründe, denn diese Parteien verlieren immr mehr an Glaubwürdigkeit.

Tunesien befindet sich, so viele Beobachter, in einer sehr angespannten Lage.

Karouis Partei „Im Herzen Tunesiens“ z.B tritt versucht den Vorsitzenden Nabil Karoui, der z.Zt. im Gefängnis sitzt,
zum politischen Märtyrer zu stilisieren. Ob die Inhaftierung rechtens war, oder ein politisches Ränkespiel, müssen wohl Gerichte klären.


Kaïs Saïed hat keine eigene Partei und spielt deshalb nur im Hintergrund der Parlamentswahl eine Rolle.
Ginge es nach dem Juristen, der für die Todesstrafe und die Strafbarkeit homosexueller Handlungen eintritt,
sollen es die letzten Parlamentswahlen mit allgemeiner Wahl sein.
Saïed möchte, dass künftig lokale Volkskomitees die Abgeordneten bestimmen.

Noch vor den beiden bevorstehenden Wahlgängen zeichnen sich jedoch erste Bündnisoptionen ab.
Mehrere unterlegene Kandidaten haben Saïed schon ihre Unterstützung zugesagt – allen voran die Ennahda-Partei.
Angesichts der sehr konservativen Positionen Saïeds zögerten die Islamisten nicht lange, um zu seiner Wahl aufzurufen.

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